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Fachpolitische Arbeit
JAHRESRÜCKBLICK 2009
Zweifellos bestimmte 2009 nichts die agrarpolitischen
Schlagzeilen so wie die Milchpolitik und die Agrogentechnik. Die
stufenweise Quotenerhöhung als Einstieg in den Ausstieg aus
der Milchquote und die damit forcierte Überproduktion hatten
erwartungsgemäß desaströse Milchpreise zur Folge,
die auch auf die Öko-
Milchviehbetriebe durchschlugen. Denn unabhängig von der Nachfrage
hängt der Preis für Biomilch an dem für konventionelle
Milch, und eine Besserung ist abhängig davon, wie schnell
wir im konventionellen Bereich zu normalen, existenzerhaltenden
Bedingungen zurückkommen. Dazu
gibt es selbst unter Fachleuten verschiedene Auffassungen. Sie
reichen vom frommen Wunsch des Bundes Deutscher Milcherzeuger (bdm),
die Milchquote zu erhalten, über Gießkannenförderungen
als »Sterbehilfe« bis
hin zu konsequenten
Vorschlägen zur Reduzierung der Milchviehbetriebe etwa durch
Ausstiegsprämien. Fakt ist: Die Milchquote als eine Art Produktions-
und Abnahmegarantie ist tot, die Betriebe müssen sich den
harten Bedingungen des Marktes stellen. Inwieweit
dies den Thüringer Öko-Milchviehbetrieben gelingt, wird
v.a. von Rahmen-bedingungen wie Kosten, Absatz und der zukünftigen Ökoförderung
(im weitesten Sinne) abhängen.
Bessere Nachrichten gab es 2009 im Bereich Agro-Gentechnik: Wohl
in Sorge um den Wiedereinzug der CSU in das Europäische Parlament
reagierte Bundes-landwirtschaftsministerin Aigner (CSU) ausgesprochen
verbraucherfreundlich und
verbot den Anbau des gentechnisch veränderten Maises mon 810 – um
nach der für die CSU erfolgreichen Wahl in Brüssel jedoch
gleich dafür zu sorgen, dass es zur Neuzulassung von weiteren
Gentech-Maissorten kam. Dennoch bedeutete
das Verbot ein praktisch gentechnikfreies Deutschland, zumal – wie
in Thüringen – auf Grund der unklaren gesetzlichen Bestimmungen
auch beinahe alle Forschungseinrichtungen gentechnische Versuche
aus ihrem Programm nahmen.
Kein Grund für das Aktionsbündnis "Für eine
gentechnikfreie Landwirtschaft in Thüringen"
, welches maßgeblich vom Thüringer Ökoherz e.V.
organisiert wird, die Hände in den Schoß zu legen: Neben
dem Newsletter gab es eine Reihe von Veranstaltungen, die sich
v.a. an Imker, Landwirtschaftsbetriebe und Landverpächter
richteten. Eine erfolgreiche fachpolitische Arbeit funktioniert
nur über eine gute Vernetzung. Das beginnt mit unseren ausgesprochen
lehrsamen EU-Projekten, geht über die Inanspruchnahme des
Bundesprogramms Ökologischer
Landbau und die länderübergreifende Arbeit im Netzwerk
Demonstrationsbetriebe Ökolandbau und führt uns im Freistaat
zur Kooperation mit dem Kompetenzzentrum Nottleben und der Mitarbeit
im Arbeitskreis »Ökologischer Landbau« (aköl)
im Thüringer Ministerium für Landwirtschaft, Forsten,
Umwelt und Naturschutz (tmlfun).
Dieses wichtige Bindeglied zwischen Förderverein, Ministerium,
Bauernverband, Forschung und Praxis entschied über politische
Weichenstellungen, bereitete
öffentlichkeitswirksame Events wie die Thüringer Ökolandbau-Aktionstage
und die Beteiligung an der agra 2009 vor und engagierte sich länderübergreifend.
So konnte sich der Ökolandbau im Freistaat auch 2009 auf der
weltgrößten Messe für ökologische Lebensmittel,
der Bio-Fach 2009, in Nürnberg präsentieren. Zudem war
der Thüringer Ökoherz e.V. 2009 Ausrichter des 2.Mitteldeutschen
Bio-Branchen-Treffens in Zeulenroda. Erzeuger, Verarbeiter, Händler
und die
Verantwortlichen der Ministerien und Verbände Mitteldeutschlands
kamen dort zusammen, um über aktuelle Herausforderungen des
Biomarktes zu diskutieren.
Themen waren u.a. der aktuelle Stand
des Ökolandbaus in Thüringen, der Förderbedarf,
Probleme und Lösungsansätze mit Blick auf Verarbeitung
und Vermarktung von Bio-Produkten und die Rolle der Verbände.
Interessante Impulse und fruchtbringende Diskussionen prägten
das Treffen, und so war man sich am Ende einig, dass diese Veranstaltung
als Möglichkeit, über Ländergrenzen hinweg im Gespräch
zu sein, fortgesetzt werden soll – nächstes Jahr dann
in
Sachsen-Anhalt.
Arbeitskreis "Ökologischer
Landbau"
ELER-Verordnung
Aktionsbündnis „Für eine gentechnikfreie Landwirtschaft in Thüringen“
Landesarbeitskreis „Landwirtschaft, ländlicher
Raum und Umwelt“
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Wie in den letzten Jahren bildete der Widerstand
gegen den Einsatz der Gentechnologie in der Landwirtschaft und
der Lebensmittelverarbeitung einen weiteren Schwerpunkt der fachpolitischen
Arbeit. Der Thüringer Ökoherz e.V. hat sich inzwischen
zum Hauptakteur des Aktionsbündnisses „Für eine
gentechnikfreie Landwirtschaft in Thüringen“ entwickelt.
Er bündelt die wesentlichen Aktivitäten im Freistaat
und kann gemeinsam mit den vielen MitstreiterInnen den Erfolg verbuchen,
dass Thüringen auch 2006 frei von kommerziellem Anbau von
GVOs geblieben ist. Bereich Aktionsbündnis gentechnikfreie Landwirtschaft in Thüringen
Nicht unerwähnt bleiben soll an dieser
Stelle die gute Zusammenarbeit des Thüringer Ökoherz
e.V. mit den relevanten Mitstreitern im Freistaat. Zu nennen
wären hier in erster Linie der Fachausschuss „Ökolandbau“ beim
Thüringer Bauernverband, die Thüringer Landesanstalt
für Landwirtschaft, die Thüringer Landesanstalt für
Umwelt und Geologie, die Fachschule Stadtroda, die Landvolkbildung
Thüringen und die Verbraucherzentrale Thüringen. Besondere
Erwähnung verdient die Kooperation mit den Thüringer
Umweltverbänden im Landes-arbeitskreis „Landwirtschaft, ländlicher Raum und Umwelt“
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