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Projekt ÖKUH / Analyse

Der Stand der Wissenschaft und Technik soll aufgegliedert nach den funktionalen Themenbereichen gegliedert dargestellt werden:
 
1. Genotyp x Umwelt-Interaktion zwischen konventionellen und ökologisch wirtschaftenden Milchviehbetrieben
2. Zuchtplanung zur Erzeugung von geeigneten Tieren für die ökologisch wirtschaftende Milchviehproduktion


  1. Genotyp x Umwelt-Interaktion zwischen konventionellen und ökologisch wirtschaftenden Milchviehbetrieben
 
  Es stellt sich die grundlegende Frage, ob Tiere, die unter den Bedingungen der konventionellen Landwirtschaft gezüchtet wurden auch für den ökologischen Landbau geeignet sind. Bis zum jetzigen Zeitpunkt existieren vor allem Untersuchungen aus der konv. Landwirtschaft, die verschiedene Produktionsintensitäten (siehe z.B. Pryce et al. 1999) und länderspezifische (siehe z.B. Costa et al. 2000) Umweltunterschiede, aber auch Unterschiede zwischen Betriebstypen (siehe z.B. König et al. 2003) betrachten. Flächendeckenden Untersuchungen bezüglich Genotyp x Umwelt Interaktionen zwischen konventionellem und ökologischem Landbau in der Milchviehzucht sind bis heute kaum vorhanden (Boelling et al. 2003). Aus Niederösterreich liegt eine Untersuchung vor, die nur geringe Interaktionen aufzeigt (Schwarzenbacher, 2001). Von Exponenten der ökologischen Tierzucht werden weitere umfassende Untersuchungen gefordert, vor allem im Bereich der funktionalen Merkmale (siehe z.B. Nauta et al. 2001).
 
  In Süddeutschland und in der Schweiz werden für Bullen Ökologische Gesamtzuchtwerte (ÖZW) berechnet (Bapst, 2001). Diese stammen aus der konventionellen Landwirtschaft. Die Schweiz verfügt durch die elektronische Erfassung der Oekobetriebe über die notwendige Datengrundlage, um Genotyp x Umweltinteraktionen untersuchen zu können und züchterische Konsequenzen daraus der deutschen Milchrinderzucht in der ökologischen Landwirtschaft zugänglich machen zu können.
 
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  2. Zuchtplanung zur Erzeugung von geeigneten Tieren für die ökologisch wirtschaftende Milchviehproduktion
 

Zuchtplanung hat das Ziel die verschiedenen züchterischen Maßnahmen so zu gestalten und aufeinander abzustimmen, dass mit möglichst effizientem Ressourceneinsatz der Zuchtfortschritt in Richtung auf das definierte Zuchtziel maximiert wird. Die wichtigsten Elemente, die in einem Zuchtprogramm aufeinander abgestimmt und optimiert werden müssen, sind (Fewson, 1994):

 
     
  •  Auswahl und Abgrenzung der Zuchtpopulation
  •  Leistungsprüfung
  •  Zuchtwertschätzung und Selektion
  •  Anpaarungsplanung

Es ist zu beachten, dass die Definition des Zuchtzieles kein Element der eigentlichen Zuchtplanung ist, sondern als Vorgabe zu leisten ist.
 
Zuchtplanerische Ansätze liegen sowohl in der Theorie (siehe z.B. Hill, 1974) als auch in speziellen Softwarelösungen wie z.B. dem Programm ZPLAN (Karras et al. 1994) vor. Im Zusammenhang mit der ökologischen Milchviehzucht hat sich die Diskussion bislang allerdings fast ausschließlich auf die Definition eines ökologischen Gesamtzuchtwertes konzentriert (siehe z.B. Krogmeier, 2003, Baumung et al., 2001). Insbesondere liegen keine Erkenntnisse darüber vor, in welchen Einfluss eine eventuelle Genotyp x Umwelt-Interaktion zwischen konventionellen und ökologisch wirtschaftenden Milchviehbetrieben auf die Ausgestaltung eines Zuchtprogrammes für die ökologische Milchviehzucht hätte.
 
Für die wichtigsten Teilmerkmale eines ökologischen Gesamtzuchtwerts wie z.B. die Nutzungsdauer (Ducrocq 1997, Swalve, 2003, Simianer, 2003) oder Fitness- und Gesundheitsmerkmale (Bishop et al., 2002; Simianer et al., 1991) liegen Parameterschätzungen und auf das Einzelmerkmal ausgerichtete züchterische Ansätze vor.
 
In der ökologischen Literatur konzentriert sich die Diskussion häufig auf die züchterische Verbesserung von Einzelmerkmalen, insbesondere die Lebensleistung einer Kuh steht hier im Mittelpunkt der Diskussion (siehe z.B. Postler, 1999). Auch strukturelle und zuchtorganisatorische Fragen werden angesprochen, sind aber nicht gelöst (siehe z.B. Schmidt, 2003; Hörning und Aigner, 2003; Bapst und Spengler-Neff, 2003). Zusammenfassend ist zu sagen, dass eine quantitative, am wissenschaftlichen Kenntnissstand ausgerichtete Zuchtplanung für den Sektor der ökologischen Milchviehzucht bislang nicht durchgeführt wurde und das beantragte Projekt hier eine Pionierrolle übernehmen wird.
 
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  letzte Aktualisierung: 20.12.2005