- Auswahl und Abgrenzung der Zuchtpopulation
- Leistungsprüfung
- Zuchtwertschätzung und Selektion
- Anpaarungsplanung
Es ist zu beachten, dass die Definition des Zuchtzieles kein Element
der eigentlichen Zuchtplanung ist, sondern als Vorgabe zu leisten
ist.
Zuchtplanerische Ansätze liegen sowohl in der Theorie (siehe
z.B. Hill, 1974) als auch in speziellen Softwarelösungen wie
z.B. dem Programm ZPLAN (Karras et al. 1994) vor. Im Zusammenhang
mit der ökologischen Milchviehzucht hat sich die Diskussion
bislang allerdings fast ausschließlich auf die Definition
eines ökologischen Gesamtzuchtwertes konzentriert (siehe z.B.
Krogmeier, 2003, Baumung et al., 2001). Insbesondere liegen keine
Erkenntnisse darüber vor, in welchen Einfluss eine eventuelle
Genotyp x Umwelt-Interaktion zwischen konventionellen und ökologisch
wirtschaftenden Milchviehbetrieben auf die Ausgestaltung eines Zuchtprogrammes
für die ökologische Milchviehzucht hätte.
Für die wichtigsten Teilmerkmale eines ökologischen Gesamtzuchtwerts
wie z.B. die Nutzungsdauer (Ducrocq 1997, Swalve, 2003, Simianer,
2003) oder Fitness- und Gesundheitsmerkmale (Bishop et al., 2002;
Simianer et al., 1991) liegen Parameterschätzungen und auf
das Einzelmerkmal ausgerichtete züchterische Ansätze vor.
In der ökologischen Literatur konzentriert sich die Diskussion
häufig auf die züchterische Verbesserung von Einzelmerkmalen,
insbesondere die Lebensleistung einer Kuh steht hier im Mittelpunkt
der Diskussion (siehe z.B. Postler, 1999). Auch strukturelle und
zuchtorganisatorische Fragen werden angesprochen, sind aber nicht
gelöst (siehe z.B. Schmidt, 2003; Hörning und Aigner,
2003; Bapst und Spengler-Neff, 2003). Zusammenfassend ist zu sagen,
dass eine quantitative, am wissenschaftlichen Kenntnissstand ausgerichtete
Zuchtplanung für den Sektor der ökologischen Milchviehzucht
bislang nicht durchgeführt wurde und das beantragte Projekt
hier eine Pionierrolle übernehmen wird.
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