Gentechnologie -
unverzichtbare Chancen oder unkalkulierbare Risiken?


Einführung
Gentechnik in Thüringen
Übersicht gentechnikfrei produzierender Betriebe in Thüringen
Aktionsbündnis Gentechnikfreie Landwirtschaft in Thüringen
Welche Möglichkeiten habe ich als Verbraucher ?
Weiterführende Informationen zu Gentechnik

Einführung
Gentechnologie - unverzichtbare Chancen oder unkalkulierbare Risiken? In der Öffentlichkeit wie in der Politik bleibt die Gentechnik (Definition ) ein umstrittenes Thema. Fakt ist, sie ist da und sie wird in Zukunft unser Leben bestimmen - so oder so. Dabei gibt es ein deutliches Akzeptanzgefälle zwischen der Humangenetik auf der einen und dem Einsatz der Gentechnologie in der Land- und Lebensmittelwirtschaft (sogen. "Grüne" Gentechnik; wir vermeiden diesen Begriff, weil wir mit "Grün" Achtung vor dem Leben, Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen und zukunftsfähiges Leben und Arbeiten verbinden.).

Solange es Menschen gibt, die als Verbraucher, Landwirte und Verarbeiter den Einsatz der Gentechnik in der Landwirtschaft und in Lebensmitteln ablehnen, ist deren Wunsch nach Wahlfreiheit zu respektieren. Aber auch fachlich ist die Gentechnik zu hinterfragen: Kann das Nebeneinander von Produktionssystemen mit und ohne Einsatz der Gentechnik aber funktionieren? Und wenn ja, wie? Was ist von den Vorschlägen der EU-Kommission zur Koexistenz und zu den Leitlinien zur Gen-Kontamination zu halten? Ist der Entwurf für das neue deutsche Gentechnikgesetz die richtige Antwort auf die eher zögerliche Haltung der EU? Wie müssen betriebliche Vorsorgemaßnahmen gegen drohende Verunreinigungen vom Nachbarfeld aussehen? Und: Sind die gesetzlichen Regelungen etwa der Kennzeichnung gentechnisch veränderter Lebensmittel ausreichend, um eine Ernährung ohne Gentechnik auch in Zukunft zu sichern?

Wesentlich weniger Widerstand gegen die Gentechnologie gibt es in der Humanmedizin. Hunderte Medikamente, die mit gentechnischen Methoden gewonnen werden und die vielen Menschen helfen, steigern die Akzeptanz der Humangenetik. Und dies, obwohl die meisten der Heilversprechen (gegen Krebs, Aids,...) bisher nicht eingelöst wurden und wohl auch nicht eingelöst werden. Auf der Schattenseite stehen die Versuche mit Embryonen, die Klonierungsversuche, die Forderung nach Zulassung der Keimbahntherapie und viele andere "Innovationen", die als deutliches Zeichen für einen Paradigmenwechsel in der Humanmedizin/Humangenetik gelten können: weg vom Heilen von Krankheiten, hin zur Verbesserung der genetischen Ausstattung des Menschen. Droht uns also das Human Design, der (gen-)perfekte Mensch?

So oder so: Es gibt mehr Fragen als Antworten. Und es bleibt der fade Beigeschmack, dass die Gentechnik die Lösung von Problemen verspricht, die entweder keine sind oder die, wie im Falle der Hungerbekämpfung, nicht mit "technischen Lösungen" bekämpft werden können.

Auf jeden Fall gilt es, die euphorischen Versprechungen der Gentech-Lobby kritisch zu hinterfragen. Denn eines ist sicher: Geht im Falle einer Freisetzung von GVO in die Umwelt der Versuch schief, dann lassen sich die "Versuchssubjekte" nicht einfach wieder einsammeln. Denn gentechnisch veränderte Pflanzen, Tiere und Mikroorganismen entwickeln als lebendige Systeme ein Eigenleben, reproduzieren sich und machen dann vielleicht nicht mehr das, was in sie "hineinmanipuliert" wurde...

Für weitere Fragen stehen wir ihnen gerne zur Verfügung: info@oekoherz.de

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letzte Aktualisierung: 04.04.2007