Aktionsbündnis
Gentechnikfreie Landwirtschaft in Thüringen


Im November 2003 wurde das Aktionsbündnis "Für eine gentechnikfreie Landwirtschaft in Thüringen" gegründet, um verschiedene Gruppen in einer Organisation zur Eindämmung der Gentechnik in der Landwirtschaft zusammenzuführen. Wegen dem Wissen um die Gefahren der Gentechnik (Positionserklärung) fühlt sich dieses Aktionsbündnisses verpflichtet, seine Beitrag zu leisten, um die Probleme mit der Gentechnik zu lösen. Anstatt Streit zwischen Nutzern und Gegnern der Gentechnik zu stiften, soll durch die Schaffung gentechnikfreier Zonen das Problem der Kontamination von Anbauflächen mit gentechnischverändertem Material verhindert werden. Hatten zuvor die verschiedenen gentechnikkritischen Kräfte in Thüringen ohne organisatorischen Dachverband agiert (Vorgeschichte ), soll nun mit diesem Aktionsbündnis die zukünftigen Aktivitäten koordiniert und damit Synergiepotentiale genutzt werden. Das Aktionsbündnis steht jedem Interessierten offen und ist über jede Beteiligung erfreut. Wir klären sie auch gerne persönlich in einem ausführlichen Informationsgespräch über wichtige Fakten zur Gentechnik in der Landwirtschaft auf.

Vorgeschichte/Hintergründe
Gründung Thüringer Aktionsbündnis
Aktivitäten
Geplante Aktionen

Vorgeschichte/Hintergründe
Vor der Gründung des Aktionsbündnisses konnten durch Umweltverbände mehrere Freisetzungsversuchen in Thüringen verhindert werden. Der kritische Umgang mit der Gentechnik bildete seit vielen Jahren einen Schwerpunkt der Arbeit der Thüringer Umweltverbände. Als Reaktion auf den betont gentechnikfreundlichen Perspektivkongress des DBV zur "Grünen" Gentechnik im Oktober 2002 organisierten die Umweltverbände eine Gentechniktagung in Weimar/Thüringen, die am 20. November 2003 stattfand. Organisatoren waren die Heinrich-Böll-Stiftung, verschiedene Umweltverbände und der Thüringer
Bauernverband.

Gründung Thüringer Aktionsbündnis
Schon im Vorfeld dieses Kongresses war es im Sommer 2003 zur Bildung eines Initiativkreises aus BUND, Grüne Liga und Thüringer Ökoherz e.V. gekommen. Am 10.November 2003 wurde dann der Gründungsaufruf für ein "Aktionsbündnis für eine gentechnikfreie Landwirtschaft in Thüringen" (Link Aufruf) herausgegeben.
Auf einer Pressekonferenz am 18.November 2003 wurde die Gründung des Aktionsbündnisses öffentlich bekanntgegeben. Die Mitbegründer waren BUND, Grüne Liga, Thüringer Ökoherz e.V., Attac, Gäa, Demeter, Ökoflur GmbH, Evang. Landeskirche. Zu dem Aktionsbündnis stiessen bis Ende 2003 noch NABU, Bioland, Naturland, Bündnis90/Die Grünen dazu.

Aktivitäten
Am 05.12.03 wurde in einem Brief an den Thüringer Bauernverband die Bitte geäußert, die verbandseigene Logistik zur Information an Landwirtenützen zu dürfen.Leider wurde diesem Gesuch nicht entsprochen. Zum Aufbau gentechnikfreier Zonen wurde zu fünf Regionen mit relevanten Hintergrund Kontakt aufgenommen:
1. Eichsfeld ("Region aktiv")
2. Mühlhausen/Bad Langensalza (Gut Sambach)
3. Friemar (Freisetzungsversuche)
4. östliche Rhön (Vachdorf und Kaltensundheim)
5. Altenburg (engagierter Kreisbauernverband)
Zu diesen fünf Regionen ist mittlerweile noch eine 6. Region dazugekommen:
6. Landkreis Greiz (Biobetrieb Peer Salden)


Ende Januar 2004 wurde eine Umfrage zum Thema Gentechnik in der größten Thüringer Tageszeitung (Thüringer Allgemeine) durchgeführt. Im Endergebnis sprachen sich über 80 % der Befragten gegen Gentechnik in der Landwirtschaft aus. In einem Schreiben Anfang Februar 2004 an alle Landwirtschaftsämter und Kreisbauernverbände wurde die Bitte um Mitorganisation von Informations-veranstaltungen ausgesprochen. Am 17.02.03 wurde in Erfurt unter der Schirmherrschaft der Heinrich-Böll-Stiftung ein Journalistenworkshop zur Agro-Gentechnik abgehalten.

Geplante Aktionen
Um eine gute Medienpräsenz des Aktionsbündnisses zu etablieren sind in der Zukunft mehrer Aktionen mit der BUND-"Killer-Tomate" in Kooperation mit Attac geplant. Außerdem fand am 1. April 2004 eine Informationsveranstaltung im LWA Altenburg (Veranstalter: LWA, KBV, Aktionsbündnis) statt.
Über weitere Aktionen halten wir sie auf dem Laufenden.
Vorbereitung Infoveranstaltungen für Landwirte und Verbraucher

Positionserklärung zur Gentechnik in der Landwirtschaft
Am 12. Januar 2004 hat Landwirtschaftsministerin Renate Künast den Entwurf für ein neues Gentechnikgesetz vorgestellt, das den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen in Deutschland regeln soll. In seiner jetzigen Fassung bietet es jedoch keine ausreichende Grundlage für den Schutz einer gentechnikfreien Landwirtschaft. Bisher ist offen, wie das Nebeneinander einer Landwirtschaft mit und ohne Einsatz der Gentechnik in der Praxis funktionieren soll.

Sicher ist jedoch: Die sogenannte "Koexistenz", die durch das deutsche Gentechnikgesetz geregelt werden soll, läuft mittelfristig auf eine schleichende gentechnische Kontamination sowohl der konventionellen als auch der ökologischen Landwirtschaft hinaus. Wind und Bienen werden sich nicht an Sicherheitsabstände zwischen Gentechnik-Feldern und gentechnikfreien Kulturen halten, Pollen von gentechnisch veränderten Pflanzen wird sich auf Dauer nicht von gentechnikfreien Kulturen und Wildpflanzen fernhalten lassen. Das von Gentechnik-Industrie und Politikern beschworene friedliche Nebeneinander von Genpflanzen-Anbau und gentechnikfreier Landwirtschaft könnte sich sehr schnell als Illusion herausstellen.

Die Probleme werden vor allem die Bauern haben, die weiterhin gentechnikfrei wirtschaften wollen. Sie müssen im Falle einer gentechnischen Kontamination ihrer Ernten nicht nur mit wirtschaftlichen Einbußen oder gar einer Kündigung ihrer Verträge durch ihre Abnehmer rechnen, sondern müssen sich außerdem noch mit ihren Nachbarn, die Gentech-Pflanzen angebaut haben, vor Gericht auseinandersetzen.

Statt mit der Gentechnik Streit in die Dörfer zu tragen, setzt das Aktionsbündnis "Für eine gentechnikfreie Landwirtschaft in Thüringen" auf "Faire Nachbarschaft". Das heißt: Landwirtschaftsbetriebe schließen sich mit ihren Nachbarn zu gentechnikfreien Regionen zusammen. Die einfachste und wirksamste Methode, Probleme mit der Gentechnik zu vermeiden ist - die Gentechnik vermeiden.
Mit der Aktion "Für eine gentechnikfreie Landwirtschaft in Thüringen" wollen wir dem Beispiel anderer Bundesländer und EU-Staaten folgen, in denen auf der Basis freiwilliger Selbstverpflichtungen bereits gentechnikfreie Zonen "ausgerufen" wurden. Wir bauen dabei auf zahlreiche Unterstützer von der evangelischen Landeskirche über die Imker bis hin zum Bauernverband, der seine Mitglieder angesichts der vielen offenen Fragen ebenfalls die Aussaat von GVO nicht empfiehlt.

Für eine gentechnikfreie Landwirtschaft in Thüringen!

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letzte Aktualisierung: 18.09.2005
   





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