Was bedeutet Gentechnik?
Ist Biotechnologie das Selbe?

Gentechnik umfasst alle Techniken, mit denen einzelne Gene im Labor isoliert, analysiert, synthetisiert, verändert und von einem Organismus auf einen Empfängerorganismus, in dem sie unter natürlichen Bedingungen gewöhnlich nicht vorkommen, übertragen werden. (Die durch gentechnische Verfahren gewonnenen Organismen bezeichnet man als transgen.) Im Unterschied zur klassischen Züchtung, bei der nur die Eigenschaften der Elternteile neu kombiniert werden, ist es mit gentechnischen Methoden möglich, Artgrenzen zu überwinden.

Gentechnik besteht aus einer Reihe von Techniken der Molekularbiologie (wie "Rekombinante DNA"), durch die das genetische Material von Pflanzen, Tieren Mikro-Organismen, Zellen und anderen biologischen Einheiten verändert wird in einer Art oder mit Ergebnissen, die nicht durch Methoden natürlicher Paarung und Reproduktion oder natürlicher Rekombination erreicht werden können. Die Techniken der genetischen Veränderung umfassen (nicht ausschließlich): Rekombinat DANN, Zellfusion, Mikro- und Makro-Injektion, encapsulation, gen deletion ("Entfernen von Genen") und doupling ("Verdopplung"). Zu den gentechnisch erzeugten Organismen gehören keine Organismen, für die Techniken wie Konjugation, Transduktion oder natürliche Hybridisierung verwendet wurden. (Quelle: Position der IFOAM zu Gentechnik und gentechnisch veränderten Organismen, November 2003 )

Das bedeutet, während sich die Biotechnologie spontaner und herbeigeführter Gen-Veränderungen (Mutationen) innerhalb einer Spezies bedient, handelt es sich bei der Gentechnologie um die technisch herbeigeführte Gen-Kombination zwischen Mensch, Pflanzen, Tieren und Mikroorganismen. Das ist nicht nur technologisch, sondern vor allem auch sozial-ethisch ein Quantensprung.

Als eine Querschnittstechnologie beeinflusst die Gentechnik nachhaltig weite Bereiche der Medizin, der Chemie, der Agrar- und Lebensmittelsproduktion sowie des Umweltschutzes und greift in viele Lebensbelange wie der Gesundheit und Ernährung ein. Die Anwendung gentechnischer Verfahren in der Medizin (Forschung an Menschen oder Tieren) bezeichnet man als "Rote" Gentechnik, zur "grünen" Gentechnik zählen gentechnische Veränderungen an Pflanzen. Artfremde Gene werden in Pflanzen eingesetzt und diese zur Vermehrung gebracht, um Pflanzen mit neuen Eigenschaften zu produzieren.

Die Methoden der Gentechnik sind etabliert und werden weltweit sowohl von Industrie- als auch von Entwicklungsländern eingesetzt. Mit der Verabschiedung der EU-Verordnungen zur Kennzeichnung von gentechnisch veränderten Lebens- und Futtermitteln sowie zur Rückverfolgbarkeit gentechnisch erzeugter Produkte wurde die Grundlage für den Einzug der Gentechnologie in unseren Alltag geschaffen. Es geht nicht mehr um die Frage, ob die Gentechnik kommt, sondern wie wir damit umgehen.


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